Nabelschau, Lemminge und mehr

// von Boris Pfeiffer //

Es sieht aus, als hätte die liberale Demokratie, die lange zu Recht so genannte Mitte, einige Jahre zu lang nur noch Nabelschau betrieben.

Was ist die ‚liberale Demokratie‘?

Laut Wikipedia, kann jeder nachlesen: „Die liberale Demokratie ist eine Staatsform, die demokratische Wahlen mit den Freiheitsrechten des Liberalismus und dem Schutz des Rechtsstaates verbindet. In diesem System geht alle Macht vom Volk aus, aber die Macht der Mehrheit wird durch eine Verfassung und Grundrechte begrenzt, um auch Minderheiten zu schützen.“

Was ist Nabelschau?

Nabelschau kennen wir alle 😉

Warum sage ich, dass die liberale Demokratie zu lange zu viel Nabelschau gehalten hätte?

Viele Beispiele zeigen mir dies anschaulich:

Gegenseitige Zerfleischung der Parteien statt Zusammenarbeit.

Federführend war hier meiner Meinung nach mehrfach die FDP. Wie viele Bundesregierungen hat sie platzen lassen. Aber genauso das übliche Reden nach dem Wahltag. Das sich gegeneinander in der Regierung anmachen, statt vorwärts zu kommen. Das eigene Programm höher zu bewerten als das gemeinsame Anpacken. Nur immer sich selbst sehen, statt die Lage und aus dem Kasten heraus zu denken.  

Was wäre stattdessen besser gewesen?

Ein ordentlicher Umgang mit dem Maskendeal. Ein ordentlicher Umgang mit der Richterinnenwahl. Ein ordentlicher Umgang mit dem Thema Selbstversorgung von Politikern und Politikerinnen. (Bestes Beispiel hier allerdings doch die AfD mit der bekannten Verwandtenversorgung). Besserer Umgang mit dem Thema Bürokratiemonster Deutschland. Besserer Umgang mit dem Thema Verfall der Infrastruktur. Besserer Umgang mit dem Lehrer- und Lehrerinnenmangel. Besserer Umgang mit dem Thema mangelnde Lesefähigkeiten der Kinder in Deutschland. Besserer Umgang mit der europäischen Vernetzung. Besserer Umgang mit dem Thema, warum wollen manche Bürger sich Russland hingeben.

So entsteht der deutliche Eindruck, ‚die Politik‘ stelle sich ihrer Verantwortung zu wenig.

Es wirkt auf viele von uns, dass zu viele Berufspolitiker mit ihrem Blick im Politikbetrieb stecken bleiben, als hielten sie diesen und natürlich ihre Wiederwahl für das ganze Leben. Das wirkt dann wie eine Egoshooterperspektive. Oder meinetwegen Betriebsblindheit. Und damit eben so, dass sie vergessen haben, wem Politik zu dienen hat. Nämlich uns allen, den Menschen und der Umwelt, der Wirtschaft und dem Zusammenleben, der Wissenschaft und der Kultur – und der Freiheit, beide auszuüben, um das Leben für alle zu entfalten. 

Das findet 24 Stunden am Tag statt – nicht nur vor Wahlen

Lange Arbeit zählt, ordentliche und währende Kommunikation. Zuhören und Nachdenken. Nicht vergessen, dass die Politik nicht einfach so gewählt wird und dass jeder Politiker und jede Politikerin einfach nur ein vorübergehendes Mandat hat und eben nicht auf Lebenszeit.

Vorbildliche Ausnahmen

Kenne ich und sie machen mich glücklich und bestätigen die Kraft der Demokratie.

Erste Ausnahme:

Eine wahrhaftige Ausnahme ist für mich ein Mann wie Robert Habeck. Dem das aber so ungemein schlecht vergolten wurde, wie man es kaum glauben mag. Dabei hatte er, bei jedem Fehler den einer ihm ankreiden mag, immer das Ganze im Blick. In Gegenwart und Zukunft.

(Wer jetzt meckern will, soll meckern. Aber dann bitte mit Fakten, nicht nur so impulshaft.)

In meinen Augen hätte Robert Habeck sehr viel mehr das Recht neben Willy Brandt abgebildet zu stehen, als die Berliner Afd sich selbst mit ihrer Kandidatin neben diesen aufs selbstgemachte Plakat setzt.

Sehr gerne denke ich auch an Helmut Schmidt.
Und inzwischen auch an Angela Merkel.

Und Richard von Weizäcker.
Naja, ihr versteht schon ….

Zweite Ausnahme:

Lokalpolitiker, Bürgermeister und Bürgermeisterinnen, Leute, die sich kümmern müssen, die vor Ort arbeiten, Seite an Seite mit ihren Wählern und Wählerinnen. Und, was hören wir da ja auch schon lange im Verhältnis zur Bundespolitik: Wie verlassen sich die Kommunen fühlen von dieser.

Da war, nebenbei, die AfD raffiniert. Die hat an Ortseingängen und -ausgängen ständige Plakate aufgehängt. Andere Orte stellen da nur Blitzer auf.

Und jetzt kommt noch was dazu

Es kommt zur für die in meinen Augen auf Bundesebene zu selbstbezogene Politik noch die unvollendete deutsche Wende dazu, die deutsche Einheit. Wieweit hat die Politik diese wirklich getragen? Wieweit haben wir sie verinnerlicht? Wir, damit meine ich wir alle. Oder wie sehr leben wir noch hinter unserer jeweiligen Mauer? Ich kann mich an die Worte Helmut Kohls erinnern, und ich weiß, dass viel Geld geflossen ist. Ich kann mich an Regine Hildebrandt erinnern. An Manfred Stolpe. Genauso wie an Joachim Gauck. Ich lese, „dass der Mittelstand insgesamt in Deutschland über 99 Prozent aller Unternehmen umfasst, die typischerweise bis zu 499 Beschäftigte haben und einen Jahresumsatz von unter 50 Millionen Euro erwirtschaften. Dass er (zugleich) mehr als 50% aller Arbeitsplätze stellt und 70% aller Auszubildenden ausbildet.“ Und, sind wir so richtig zusammengewachsen … sind wir das? Wer spricht darüber? Wer arbeitet daran? Ich lese:

„Umfrage: Ostdeutsche Firmen sorgen sich um Demokratie
Über 90 Prozent der deutschen Unternehmen messen der Demokratie hohe Bedeutung bei – doch zwischen Ost und West zeigen sich Unterschiede in der Sichtbarkeit ihres Engagements, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).
Der vielfach vermutete Rückstand ostdeutscher Unternehmen beim Demokratieengagement lässt sich empirisch nicht belegen: 76 Prozent der ostdeutschen Geschäftsführer haben sich in den vergangenen drei Jahren für die Demokratie engagiert, im Westen sind es mit 82 Prozent kaum mehr.
Der Unterschied zeigt sich woanders: Wahlaufrufe, öffentlichkeitswirksame Formate und explizite Demokratiestatements sind im Osten deutlich seltener als im Westen. Die eigentliche Bruchlinie verläuft also nicht beim Engagement, sondern bei dessen öffentlicher Sichtbarkeit – und das, obwohl ostdeutsche Unternehmer die Demokratie stärker gefährdet sehen: Sechs von zehn nehmen eine Gefährdung wahr, im Westen sind es 55 Prozent.

Ähnliches Engagement, weniger Sichtbarkeit
Knapp jedes zweite Unternehmen engagiert sich in Ost wie West über Verbände, Kammern oder Unternehmensnetzwerke, ein Viertel bietet Austauschformate zu gesellschaftspolitischen Themen an. Für die Studie hat das IW über 900 Unternehmen der Industrie und industrienahen Dienstleistungsbranche befragt. Deutlich wird der Unterschied erst, wenn das Engagement öffentlich sichtbar und explizit politisch wird: Hier werden ostdeutsche Unternehmen weniger aktiv.

Boykott-Angst und anderes Rollenverständnis
Hinter der Zurückhaltung steckt ein potenziell konfliktiveres Umfeld. Rund jedes vierte ostdeutsche Unternehmen nennt mögliche Boykotte, Hasskommentare oder Konflikte in der Belegschaft als Hemmnis für mehr Engagement. Konflikte mit Kunden und Lieferanten werden noch häufiger genannt.“

(Das steht hier: https://internet-weekly.de/ost-gegen-west-studie-zeigt-ueberraschendes-bild-beim-demokratieengagement-von-unternehmen/)

Sind wir also richtig zusammengewachsen?

Und dann ist da noch was!

Ich denke, in ganz Deutschland haben wir die NS-Diktatur, also die Nazi-Diktatur, also die Hitlerdiktatur noch nicht alle zusammen verarbeitet. Und auch nicht die spätere SED-Diktatur.

Unsere Großväter und Urgroßväter, unsere Großmütter und Urgroßmütter, deren Verbrechen und deren Mitläufertum sich jetzt wieder virulenter zeigen, als viele wahrhaben wollen. Und andere eben sehr gerne. Da denke ich an Sprüche, wie den aus der DDR, den ich bei Verwandtenbesuch an irgendeiner Mauer einmal gelesen habe: „Die Täter leben heute erkannt oder unerkannt in der BRD“ – genauso wie an meine Hamburger Großmutter, die betrunken über „die Juden“ lallte. Ebenso sind zu nennen rechte Milchfabrikanten, Naziweiterdenker, Zombiestrukturen von Alt-Nazis hin zur neuen Rechten. Manche Namen sind bekannter als andere, manche hört man heute frisch, weil Unternehmer sich „philosophisch“ darüber erzählen lassen, wer Carl Schmitt gewesen wäre und was er lehrte. Dann denke ich an Namen wie Michael Kühnen, Martin Sellner und jetzt Hans-Thomas Tillschneider. Ich denke daran, dass entsprechende Verlage gegründet wurden, dass entsprechende Bibliotheken aufgebaut wurden, wie mitten in Berlin die Bibliothek des Konservatismus, dass einst liberale Zeitungen wie die Neue Zürcher oder die Berliner Zeitung heftige Rechtsrucke erfuhren. Ich denke, wie leicht sich die CDU bei der gescheiterten Richterinnenwahl beeinflussen ließ. Ich denke aber auch an meinen westdeutschen Cousin, der sich nur noch in Verschwörungsmedien informiert und an einen Sohn eines anderen Cousins aus Brandenburg, der mir AfD-Clips schickt mit den Worten „man müsse sich mit den Leuten auseinandersetzen, die ein bisschen Grips“ hätten. Es ist anstrengend, dann noch zu reden.  Besonders, wenn dazu die Bitte kommt: „Wir sind doch Familie, lass uns die Politik sachlich halten.“ Da kommt der Schwerpunkt – die Afd arbeitet nicht sachlich, sondern emotional und populistisch, Fakten zählen nicht mehr. Es gibt also kein sachliches Gespräch, wenn jemand an die Afd glaubt.

Und ebenso ersetzt andererseits ein Bestimmwort zur Abgrenzung nach rechts aus der Bundespolitik keine Aufarbeitung, ersetzt keine Auseinandersetzung, keine Selbstbefragung, keine ordentliche Arbeit. Selbstberuhigende Floskeln haben die Runde gemacht: Inhaltlich stellen, Jahreszeiten der Reformen – und mit jedem weiteren Nabelschau-Akt wuchs die sich demgegenüber ungehindert entfaltende rechte Bande heran.

Aber da ist doch eine wirkmächtige Kraft

 … Die größte Kraft Deutschlands ist neben seinem Mittelstand und dem guten Fußball (leider immer noch zu wenig ehemalige „Ostvereine“ in der Bundesliga, wobei ich scharf finde, dass die KI Hertha BSC da mitzählt. Scharf, warum? Weil sie Berlin eben im Osten sieht. Als die Mauer noch stand, gab es übrigens eine fette Hertha-Union-Freundschaft!) … Aber zurück zur dritten Kraft: Die Zivilgesellschaft.

Was ist das, die Zivilgesellschaft?

Die KI klaut es gut zusammen:

„Wichtige Merkmale

  • Freiwilligkeit: Das Engagement basiert auf dem eigenen Willen.
  • Kein Profit: Die Arbeit ist nicht auf Gewinn ausgerichtet.
  • Unabhängigkeit: Sie agiert getrennt von staatlichen Behörden und kommerziellen Unternehmen.

Typische Akteure

  • Rund 600.000 bis 800.000 eingetragene Vereine (vom Sportverein bis zum Chor).
  • Stiftungen und gemeinnützige Wohlfahrtsverbände (wie das Rote Kreuz).
  • Nichtregierungsorganisationen (NGOs) wie Umweltschutzgruppen.
  • Soziale Bewegungen und spontane Bürgerinitiativen.

Aufgaben und Bedeutung

  • Sie stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und fördert die Hilfe untereinander (z. B. in der Altenpflege oder bei der Integration).
  • Sie wirkt aktiv an der politischen Meinungsbildung mit und kontrolliert staatliches Handeln.“

Die Zivilgesellschaft ist nun zu unterscheiden von der sich von der Bundespolitik ungesehen fühlenden und von der AfD über Jahre zusammengeklaubten Masse. ‚Masse und Macht‘ darf wiedergelesen werden, denke ich. Es gibt das Werk auch preiswert als Audiobook, gelesen vom Autor, Elias Canetti. Hat man den Einstieg geschafft und kapiert, dass es sich nicht um Elektrotechnik handelt, haut es einen doch echt gut um.

Das kommt für mich tatsächlich besser – auch wenn ich Gehirnschmalz investieren muss – als das (insgesamt so von mir gesehene, von Ausnahmen abgesehen) Rumgedödel in den deutschen Fernsehtalkshows, ich möchte sagen: Fernsehtalk-Schoß, bei denen man sich auf den Moderatorenschößen ein bisschen angenehm mit rumlümmeln und die Show genießen darf. Dazu dann noch Podcasts über Podcasts, für jede Blase den ihren, dafür aber immer weniger gemeinsames Zeitunglesen am Sonntagmorgen, ein Gespräch darüber oder die Nachrichten in den deutschen Hauptprogrammen und ein Gespräch darüber.

Wir hören und sehen uns ins Schweigen und zerfleddern

Ähnlich unergiebig schließlich die neue Aufsplitterung in zu viele Kleinstparteien. Die untergegangene FDP kann es nicht lassen. Wagenknecht konnte es noch nie, jetzt doppelte Trennung des ehemaligen BSW, und damit noch ’ne Partei, wenn auch seitens von Katja Wolf und allen Dazugehörigen verständlich, weil sie Verantwortung übernehmen. Aber das restliche BSW? Eben – Egoshooter. Und SPD und Grüne schrumpfen auch. Nicht überall, aber dort und dort. Und die CDU jetzt auch. Und der rechte und kleinere wagenknechtlinke Aufmarsch sammeln alles ein? Ja, weil das „weiter so“ der bisher auf Bundesebene starken Parteien sich so oft gegenseitig neutralisiere, wie das evangelische Sonntagsblatt schreibt, dass sie nur noch als reines „weiter so“ wahrgenommen würden und damit keine Veränderung anböten.

https://www.sonntagsblatt.de/artikel/gesellschaft/warum-immer-mehr-junge-menschen-die-politischen-extreme-waehlen

Und damit „eine Politik befeuerten, die es nicht schaffe.“ Ein kluger Gedanke, der mir sehr hilft. Und der auch erklärt, warum die Parteien auf Bundesebene sich so gerne zerfleischen – weil sie ihr Gesicht wahren wollen, ihre Marke. Und doch ist die Lage heute so, dass genau diese Marke sich ändern muss. Nicht kosmetisch, sondern inhaltlich.

Nicht umsonst stehen die Grünen in Berlin im Moment gut da, sie sind eine authetische eigene Marke. Die CDU steht in Berlin eher nur noch deswegen gut da, weil sie für Demokratie steht. Das wird auf Dauer nicht genügen. Würden es die CDU und SPD schaffen, sich heutige, durchdachte neue Programme zu geben, Inhalte, Ideen, mit denen sie versuchen, uns sinnhaft Perspektiven darzubieten, die über Wirtschaftskonsolidierung hinausgehen, die uns gemeinsame Zukunft erhoffen und erleben lassen, Partnerschaft und Mitarbeit eingeschlossen, es könnte sich etwas verändern.

Darum ist die von der Linken ins Spiel gebrachte Idee der „technokratischen Regierung“, (ich würde sie zusätzlich mit der Teilnahme von Bürgerräten erweitern) ziemlich wirkmächtig. Sie kann auch sehr emotional werden, positiver besetzt und unaufgeregter, dafür sehr aber eben viel positiver als die faktenfreien Lügengebäude der Afd. Räte, Gutachter aus mitdenken Bürgern, so wie ehrenamtliche Richter, Schöffenrichter, die nicht parteigebunden sind! Diese müssten natürlich bezahlt werden, nicht nur um der Sache willen zuarbeiten. Wir könnten uns als das reiche Deutschland selbstverständlich eine vergütete politische Teilhabe in verschiedenen Gewerken erlauben.

Nicht zuletzt deswegen will die Afd ja auch die Zivilgesellschaft blockieren und abschaffen. Sie will Vereinen, Beratungshilfen, Bildungsstätten, Kultur und Schulen und Universitäten wie auch dem Fernsehen das Geld wegnehmen. Das ist ein Schritt zur Alleinherrschaft, das Volk soll reine Masse werden.     

Ich habe in den letzten Wochen das Buch ‚Weimar‘ von Katja Hoyer gelesen. Da findet sich in der historischen Beschreibung quasi eine Bauanleitung für die Afd drin, nicht für diese geschrieben natürlich, sondern historisch aufgearbeitet. Diese Aufarbeitung brauchen wir alle zusammen. Die Politiker und wir, die wir sie erst wählen und bestätigen, damit sie von uns bezahlt für die liberale Demokratie arbeiten dürfen. Die Afdler werde das Buch vielleicht nicht gelesen haben, aber dafür die entsprechenden Zitate, auf denen sie aufsetzen. Eins gefällig? „Zitat aus ‚Weimar‘ von Katja Hoyer, S.277, dort von Gauleiter Fritz Sauckel (NSDAP), 1929: „Unsere große Aufgabe ist, das kommende große Dritte Reich vorzubereiten. Wir versprechen: Mit unserem Mandat (d.i. in der Regierung von Thüringen) wollen wir nicht dem heutigen Staat dienen, den wollen wir vernichten.“

Das Buch ist für jeden und jede gut zu lesen. Es berichtete klar und bringt zur Wahrnehmung.

Klar ist auch, die braune Afd, die das Blaue nur verspricht, muss aus Deutschland verschwinden, und dies gelingt allein dadurch, dass wir ihr die Masse nehmen.

Was brauchen wir dazu?

Schulen statt Schuldzuweisungen. Interdisziplinären Umgang aller, die sich dazu befähigt sehen. Zusammenarbeit von Politik und Zivilgesellschaft, Kultur, Rechtswesen und Wissenschaft. Enkel und Omas, Kinder und Eltern. Zusammen Abendessen und über Politik reden. Harte und klare Auseinandersetzung. Nicht hinnehmen, wenn dein Cousin die Afd wählt und du nicht. Niemals aufhören zu sprechen. Streit ja aber kein Krieg. Lernen, sich selbst ehrlich zu betrachten. Eigenverantwortlichkeit und niemandem hinterherlaufen. Bereitsein, sich mit ganze Kraft einzusetzen. Wenn du Politik willst, wenn du Politik machen willst, such keine emotionale Einigkeit aber Auseinandersetzung, genau wie bei jedem gelingenden Miteinander, und mach dir deine Rolle klar. Ebenso, was du selbst angehen kannst, mit wem, mit wem nicht. Es gilt nicht dein Rumjammern, nicht dein Hochmut oder jemandem nachzulaufen, der es für dich regeln soll. Du bist verantwortlich für das, was du ersehnst, was du dir wünschst, wer du sein willst, wie du leben willst. Und hör auf mit ‚da oben und da unten‘. Ja, es gibt Hierarchien, in der Familie genauso wie in der Gesellschaft. Und genauso gibt es Zusammenhangsräume, Eigenverantwortung, aufrechte Demokratie, Einwirkungsmöglichkeit durch Teilnahme, Selbstwirksamkeit und dann Zukunft und Freiheit.

// Der Verlag Akademie der Abenteuer wurde Ende 2020 gegründet. Hier fanden zunächst Kinderbücher ein neues Zuhause, die sonst aus dem Buchhandel verschwunden wären. Dies ermöglicht den Autorinnen und Autoren ihre Bücher auch weiterhin bei Lesungen vorzustellen und ihre Backlist zu pflegen. Irene Margil und Andreas Schlüter seien hier beispielgebend herzlich genannt. Nina Wegener für die kommenden Monate. Schritt für Schritt kamen dann Neuveröffentlichungen hinzu. Seitdem sind über 80 Bücher von mehr als 20 Autorinnen und Autoren aus vielen Teilen der Welt erschienen –  zweimal hochgelobt von Elke Heidenreich, einmal in den Musenblättern zum Buch des Jahres gekürt. Alle Bücher des Verlags lassen sich finden im Überblick.

Der Verlagsgründer Boris Pfeiffer ist selbst einer der meistgelesenen Kinderbuchautoren Deutschlands. Er schrieb zum Beispiel die von Kindern und Erwachsenen gleichermaßen als einzigartig gelobte historisch-fantastische Zeitreisensaga Akademie der Abenteuer, wie auch über 120 Bände für die beliebte Kinderbuchreihe ‚Die drei ??? Kids‘ mitsamt einigen Theaterstücken und einem Musical. Von ihm stammen: ‚Celfie und die Unvollkommenen‘, Die Unsichtbar-Affen oder ‚Das wilde Pack‘. (Diese 15bändige Geschichte werden André Marx, Boris Pfeiffer und Sebastian Meyer 2027 neu gestaltet im Verlag Akademie der Abenteuer neu herausbringen.)

Im Verlag Akademie-der-Abenteuer erschienen zuletzt von Boris Pfeiffer zusammen mit der Berliner Grafikerin Marika Voß der Band „Vom Träumen und Werden“ und mit der in Australien lebenden Malerin Michèle Meister die Gedicht- und Bildbände für Erwachsene „Erdenwege“ und „Arbeit am Paradies“. Ebenso frisch erschienen sind die von Holger Kugele eingesprochenen Hörbücher „Unsichtbar-Affen“ – Krimis für Kinder. Von Kindern mit großer Aufmerksamkeit gelesen wird Boris Pfeiffers vierbändige Ozean-Geschichte SURVIVORS, die von einem Schwarm bunt zusammengewürfelter Fische erzählt, deren gemeinsames Ziel es ist, den Klimawandel zu überleben. Sein Roman „Feuer, Erde, Wasser, Sturm – Zum Überleben brauchst du alle Sinne“ wurde in der Süddeutschen Zeitung als eines der zehn besten Jugendbücher des Jahres 2023 gewählt. Boris Pfeiffer arbeitet zur Zeit an einem neuen Roman und schreibt in neue Kinderbücher mit den Fußballvereinen der Deutschen Bundesliga, zuletzt mit Hansa Rostock, Hannover 96 und Union Berlin. Und demnächst erscheint auch wieder ein Band in Zusammenarbeit mit 16 Vereinen der Bundesliga, zweiten Bundesliga und dritten Liga! //

Aus dem Verlag:

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