Kulturlandschaft Deutschland

// aus: Mit einem Koffer voller Sehnsucht nach Berlin von Anita Rehm //

Vorwort

Wer mehr über die Autorin dieser Anthologie, Anita Rehm, erfahren will, stößt bei der Internet
Recherche unvermittelt auf die Zeile „Anita Rehm Entführt“. Ein erster Gedanke: Schreck, lass
nach. Beim zweiten Blick: Entspannung pur. „Entführt“ ist der Titel eins ihrer Bücher, das sie
nach dem Ausscheiden (2002) aus ihrer mehr als dreißigj ährigen Tätigkeit beim ZDF, die meiste
Zeit für die Sendung „Nachbarn in Europa“, geschrieben hat.
Als ich 1981 in Berlin durch Richard von Weizsäcker zur ersten „Ausländerbeauftragten“ eines
Bundeslandes berufen wurde, gab es zahlreiche berufliche Kontakte zu Anita Rehm. Es war die Zeit,
als strittige Diskurse und Politiken in Deutschland die Wende einläuteten, wie sich ein erklärtes
Nichteinwanderungsland zum Einwanderungsland wandelte. Lauter harmonische Glockenklänge
waren dabei nicht zu erwarten.
In zwölf Portraits stellt die Autorin die Entwicklung von kunstschaffenden Berlinerinnen und
Berlinern vor, die aus unterschiedlichen Herkunftsländern eingewandert sind und heute als
anerkannte Künstler und Künstlerinnen in Berlin leben. Von hier aus wirken sie in der deutschen
Hauptstadt und darüber hinaus mit ihren ausdrucksstarken Künsten und geben der Kulturlandschaft
neue Impulse.
Es heißt ja oft, Kultur kennt keinen Pass. So, als sei es für migrantische Kulturschaffende leichter
als für alle anderen anzukommen und dazuzugehören. Dass es anders ist und wie anders es sein kann,
das haben die Portraitierten Anita Rehm anvertraut. Vieles war unglaublich schwer, manches kaum zu
glauben, wenn ein Werk sich erfolgreich behauptete.
Das alles und viel mehr offenbaren die auf ausführlichen Gesprächen basierenden Portraits, die konkret
und anschaulich vom Leben, Werk und Wirken dieser zwölf Menschen erzählen. Sie alle sind ausgezogen
und haben unter schwierigen Bedingungen ihre Talente und Fähigkeiten entfaltet, zur Freude ihrer
Mitmenschen.

Barbara John
Berlin, den 13. April 2022

// Der Verlag Akademie der Abenteuer wurde Ende 2020 gegründet. Hier fanden zunächst Kinderbücher ein neues Zuhause, die sonst aus dem Buchhandel verschwunden wären. Dies ermöglicht den Autorinnen und Autoren ihre Bücher auch weiterhin bei Lesungen vorzustellen und ihre Backlist zu pflegen. Irene Margil und Andreas Schlüter seien hier beispielgebend herzlich genannt. Nina Wegener für die kommenden Monate. Schritt für Schritt kamen dann Neuveröffentlichungen hinzu. Seitdem sind über 80 Bücher von mehr als 20 Autorinnen und Autoren aus vielen Teilen der Welt erschienen –  zweimal hochgelobt von Elke Heidenreich, einmal in den Musenblättern zum Buch des Jahres gekürt. Alle Bücher des Verlags lassen sich finden im Überblick. //

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