In memoriam

// Thomas Haempel //

„Dieser Bengel – ich werde ihn kielholen!“
William Farnsworth, seinen Freunden und Nachbarn auch als Little Bill
bekannt, betrat die Küche seines Gasthauses, des Farnsworth Inn, und
wedelte mit einem Blatt Papier durch die Luft.
„Guten Morgen, Mr. Bill“, begrüßte ihn die Köchin.
„Guten Morgen, Ma Baker“, gab er zurück, nahm einen Becher und füllte ihn
mit Kaffee der bereitstand. Das Erste, was Ma Baker tat, wenn sie am frühen
Morgen zur Arbeit kam, war, frischen Kaffee aufzubrühen. Sie wusste, dass
ihr Chef ungenießbar war, solange er keinen Kaffee getrunken hatte.
Little Bill schaufelte sich großzügig Zucker in den Kaffee, rührte um und
trank einen kleinen Schluck. Ma Baker bereitete indessen das Frühstück für
ihn und seine Schankknechte vor; da schulfrei war, würde Little Bills Tochter
erst etwas später frühstücken.
„Wo steckt eigentlich Abe?“, fragte sie und schlug ein paar Eier in die Pfanne.
Er wedelte mit dem Papier in seiner linken Hand.
„Der Lümmel ist desertiert, davongelaufen, abgehauen. Undankbarer …“
Little Bill verschluckte ein Schimpfwort. Ma Baker runzelte die Stirn, während
sie gleichzeitig über die Rücksichtnahme ihres Chefs schmunzelte. Sie
war Londonerin und kannte eine Menge Schimpfwörter, es war also völlig
unnötig, in ihrer Gegenwart Zurückhaltung zu üben.
„Das heißt, wir haben keine Küchenhilfe mehr? Niemand, der für mich die
Einkäufe erledigt, den Abwasch macht, das Holz holt?“
„Genau so sieht es aus, Mrs. Baker“, erklärte Little Bill salbungsvoll.
Sie musterte ihn von unten her – Little Bill war fast anderthalb Köpfe größer
als sie, gut sechs Fuß hoch, und hatte die Statur eines Boxers. Wer genau
hinsah, glaubte sogar das Spiel der Muskeln unter seinem Hemd beobachten
zu können.
„Wie kommt der Junge darauf, einfach abzuhauen? Er bekommt doch noch
Lohn.“

Band 8 – „Teufelsfahrer“ erscheint posthum in unserem Verlag.

// Der Verlag Akademie der Abenteuer wurde Ende 2020 gegründet. Hier fanden zunächst Kinderbücher ein neues Zuhause, die sonst aus dem Buchhandel verschwunden wären. Dies ermöglicht den Autorinnen und Autoren ihre Bücher auch weiterhin bei Lesungen vorzustellen und ihre Backlist zu pflegen. Irene Margil und Andreas Schlüter seien hier beispielgebend herzlich genannt. Nina Wegener für die kommenden Monate. Schritt für Schritt kamen dann Neuveröffentlichungen hinzu. Seitdem sind über 80 Bücher von mehr als 20 Autorinnen und Autoren aus vielen Teilen der Welt erschienen –  zweimal hochgelobt von Elke Heidenreich, einmal in den Musenblättern zum Buch des Jahres gekürt. Alle Bücher des Verlags lassen sich finden im Überblick. //

Aus dem Verlag

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