Bilderflut und Bildersturm

// von Boris Pfeiffer //

Liebe Freunde,

das Internet ist kaputt. ‚Ganz schön kaputt‘ wäre es wahrscheinlich noch richtiger ausgedrückt. Und das liegt nicht am PHP-Leck. Es liegt an uns, unseren Gehirnen, unserer Bildersucht, unserem Followertum und den Algorithmen, die uns in unserer Art bedrängen.

Es liegt also daran, wie das Internet benutzt wird, aktiv und passiv. Wenn z.B. ein Amerikanischer Präsident und sein Vize Lügen verbreiten und so sehr befeuern, dass sogar ihre Parteigenossen sich angewidert abwenden (hier auf Tagesspiegel), wenn ein Tech-Mogul bestimmen will, ob die von Russland angegriffenen Menschen in der Ukraine untergehen (hier in der taz, und hier weiter im Tagesspiegel), dann sind das doch trotz ihrer Gewalt nur die großen Zeichen dessen, was wir, was unsere Kinder sich täglich in zu großen Dosen auf den von uns genutzten Kanälen reinziehen, ergo auf den Kanälen verpasst bekommen, von denen wir benutzt werden.

Medienkompetenz ist selbstverständlich ein wichtiges Argument. Wir sollen kompetente Nutzer werden. Werden wir aber nicht. Die Chose ist bis dato gescheitert. Es findet im Netz keine freie Auswahl statt. Zum einen werden wir hemmungslos bombardiert, zum anderen wird im Netz aber auch zensiert (hier in der taz).

Natürlich gibt es menschlichen Widerstand gegen Macht und Machenschaften (hier im Spiegel), wie z.B. den Sacharow-Preis für Menschenrechte. Doch liegt die größte Gefahr für uns alle im Klein-Klein des Alltags. Hassrede gegen Sportvereine von der Wettmafia (hier im Tagesspiegel) oder aus den Fingern gesogene, weltverfälschende Lügengeschichten von gesinnungslosen Machtstreberinnen (hier in der ARD, hier ganz aktuell im Spiegel) oder der tägliche Spam, der immer echter aussieht, also so, als hätte ihn ein seriöser Absender an einen geschickt.

Das alles zusammen verwirrt und überwältigt uns und gibt uns eine Frage mit: Wer geht bei so vielen falschen Wegweisern noch seinen Weg?

Es gibt einen Ausweg, der einen wieder zu sich bringen kann.

Das Internet ist kaputt auf viel zu vielen Kanälen und die Antwort ist denkbar einfach. Ich schalte es aus. Ich halte mich raus. Schluss mit süchtig. Schluss damit, sich benutzen, belügen, und ja, auch sich verderben zu lassen.

Und es gibt Alternativen.

Auge in Auge mit Menschen sprechen. Ein Buch zur Hand nehmen. Die gute alte Zeitung. Sie hat dabei genau nur ein einziges Problem. Man muss sie kaufen. Man muss für ordentliche journalistische Arbeit bezahlen. Genauso wie für Brötchen und Brot und ein Kilo Äpfel. Für sein Geld bekommt man dann ruhige Lesezeit, kann nochmal in sich reinhorchen, nachlesen, nachdenken und sich lebendige Unabhängigkeit verschaffen.

Sollen wir also den Bildersturm begehen? Ja, das sollen wir.

Es wird jeder und jedem, die sich abstinent machen, die sich unabhängig machen, mehr schmerzen als den unentwegten Strom der Bilderflut. Der wird es nicht merken, der wird munter und gierig weiterbetrieben werden. Es wird alleine dich und mich und uns Kraft kosten.

Und Kraft bringen.

Aus der eigenen Seele. Aus dem eigenen Denken. Auf dem Weg in die Buchhandlung. Auf dem Weg zum Zeitungskiosk. Auf dem Weg eines Bezahlabos.

Bitte, so ist es: Nichts ist umsonst. Das kaputte Internet wickelt uns ein und wird von seinem zu großen Anteil kaputter Betreiber dazu genutzt, uns einzuwickeln. Es macht aus zu vielen Menschen Marionetten. Es tötet tötet den Dialog. Es saugt zu viele von uns aus.

Auf Wiedersehen und auf Wiederlesen 😉

// Der Verlag Akademie der Abenteuer wurde Ende 2020 gegründet. Hier fanden zunächst Kinderbücher ein neues Zuhause, die sonst aus dem Buchhandel verschwunden wären. Dies ermöglicht den Autorinnen und Autoren ihre Bücher auch weiterhin bei Lesungen vorzustellen und ihre Backlist zu pflegen. Irene Margil und Andreas Schlüter seien hier beispielgebend herzlich genannt. Nina Wegener für die kommenden Monate. Schritt für Schritt kamen dann Neuveröffentlichungen hinzu. Seitdem sind über 80 Bücher von mehr als 20 Autorinnen und Autoren aus vielen Teilen der Welt erschienen –  zweimal hochgelobt von Elke Heidenreich, einmal in den Musenblättern zum Buch des Jahres gekürt. Alle Bücher des Verlags lassen sich finden im Überblick.

Der Verlagsgründer Boris Pfeiffer ist selbst einer der meistgelesenen Kinderbuchautoren Deutschlands. Er schrieb zum Beispiel die von Kindern und Erwachsenen gleichermaßen als einzigartig gelobte historisch-fantastische Zeitreisensaga Akademie der Abenteuer, wie auch über 120 Bände für die beliebte Kinderbuchreihe ‚Die drei ??? Kids‘ mitsamt einigen Theaterstücken und einem Musical. Von ihm stammen: ‚Celfie und die Unvollkommenen‘, Die Unsichtbar-Affen oder ‚Das wilde Pack‘. (Diese 15bändige Geschichte werden André Marx, Boris Pfeiffer und Sebastian Meyer 2027 neu gestaltet im Verlag Akademie der Abenteuer neu herausbringen.)

Im Verlag Akademie-der-Abenteuer erschienen zuletzt von Boris Pfeiffer zusammen mit der Berliner Grafikerin Marika Voß der Band „Vom Träumen und Werden“ und mit der in Australien lebenden Malerin Michèle Meister die Gedicht- und Bildbände für Erwachsene „Erdenwege“ und „Arbeit am Paradies“. Ebenso frisch erschienen sind die von Holger Kugele eingesprochenen Hörbücher „Unsichtbar-Affen“ – Krimis für Kinder. Von Kindern mit großer Aufmerksamkeit gelesen wird Boris Pfeiffers vierbändige Ozean-Geschichte SURVIVORS, die von einem Schwarm bunt zusammengewürfelter Fische erzählt, deren gemeinsames Ziel es ist, den Klimawandel zu überleben. Sein Roman „Feuer, Erde, Wasser, Sturm – Zum Überleben brauchst du alle Sinne“ wurde in der Süddeutschen Zeitung als eines der zehn besten Jugendbücher des Jahres 2023 gewählt. Boris Pfeiffer arbeitet zur Zeit an einem neuen Roman und schreibt in neue Kinderbücher mit den Fußballvereinen der Deutschen Bundesliga, zuletzt mit Hansa Rostock, Hannover 96 und Union Berlin. Und demnächst erscheint auch wieder ein Band in Zusammenarbeit mit 16 Vereinen der Bundesliga, zweiten Bundesliga und dritten Liga! //

Aus dem Verlag:

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