PHRASENMÄHER

von Felix Huby

Michael Maar ist ein witziger Schriftsteller, wie sein Vater, der berühmte Kindebuchautor Paul Maar (Das Sams). Aber er ist auch ein bedeutender Literaturkritiker. Jetzt hat er dem SPIEGEL erzählt, welchen Floskeln er ein Hausverbot erteilen möchte. „Total spannend“ zum Beispiel, oder „Auf Augenhöhe“. „Über den Tellerrand gucken“. „Sich neu erfinden“. „Genau!“ „Zeitnah“. „Facettenreich.“ Mir würde noch einfallen „Am Ende des Tages“ und „Stand heute.“ All diese Begriffe zu verwenden, deute auf schlechten Stil, sagt Maar und er zitiert dann noch Nietzsche mit dem Satz: „Den Stil verbessern heißt, den Gedanken verbessern.“ Maars Buch, in dem man all dies und noch viel mehr Kostbares, findet, trägt den Titel: „Die Schlange im Wolfspelz“.

Felix Huby hat zuletzt im Verlag Akademie der Abenteuer seinen Bodensee-Roman „Die Bootsbauer“ veröffentlicht. Im Herbst diesen Jahres erscheint sein gemeinsam mit Hartwin Gromes verfasster Epochenroman über das Leben Clara Zetkins.

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