Noch Fragen?

von Boris Pfeiffer

Hier in Italien gehen die Ideen und Meinungen über das, was Covid sei und wer davon profitiere weit und entsprechend auch weit auseinander.
Die Zollbeamtin hat die mir älteste bekannten Verschwörungstherie, als die ich diese glasklar benenne, auf Lager: Mit dem unerprobten Impfstoff würde Kontrolle über unsere Gehirne angestrebt, die Folge wäre die Fernsteuerung des einzelnen und töten würde man uns mit der Angst. Auf diese Art wollten die Mächtigen und Reichen den Planeten für sich alleine behalten, die Menschheit werde ausgedünnt, der verbleibende Rest in die Sklaverei getrieben.
Nebenbei. Das ist für jeden Film ein erfolgversprechendes, gut zu schreibendes und zugleich abgeklärt wirkendes Szenario. Als Autor bin ich dieser Idee höchst aufgeschlossen, man könnte damit Millionen verdienen und ein jegliches Machststreben gut ausleuchten.
Eine meiner Nichten hält das für übertrieben. Dass aber die Pharmariesen zu Pharmagiganten werden, sei nicht zu übersehen. Die These der Schulmedizin ein Virus – eine Wirkung ist ihrer
Lebens- und Lernerfahrung nach falsch. Krebs habe auch individuelle Wirkungen auf jeden und würde individuell ausgelöst. (Hier stimme ich, zumindest was die mögliche Bandbreite angeht, persönlich zu. Und ich denke auch: Schulmedizin kann nur ein Teil jeder möglichen Wahrheit sein.)
Die Herrschaft durch Angst und Terror wird, soweit es die Vorschau ankündigt, gut erforscht beschrieben im Buch von Gianluca Magi „Goebbels. 11 tattiche di manipolazione oscura“. Ich bin lesend noch nicht über das Vorwort hinaus, werde das Buch in jedem Fall jedoch durchlesen, denn das Thema interessiert mich. (Und ich harre hier auf Kritiken dazu!) Das Interview mit dem Orientalisten und Philosophen an der Universität Urbino durch die offene-Kanal Journalistin Beatrice Silenzi hat mich insofern nicht überzeugt, als dass die Befragende sich offensichtlich durch den Philosophen ihre schon vorher feststehende Meinungen durchweg bestätigen ließ. Seine Aufgewühltheit im Gegenteil wirkte auf mich offen und überzeugend. Ich konnte nicht allen seinen Ideen und Benennungen gesellschaftlicher Vorgänge folgen, habe ihn aber als authentisch besorgt wahrgenommen.
Und so geht es weiter. Eine Kollegin meiner anderen Schwägerin, beide sind Kindergärtnerinnen, erklärte nach ihrer Impfung, nach der es ihr schlecht ging, sie habe zum Wohle Volkes gelitten. Das darf ein Satz sein, der einem Angst macht, ganz im Verständnis des Denkens und Sprechens von Theodor W. Adorno, dessen Vorträgen und Interviews ich auf der Fahrt nach Italien höchstwach und überaus gerne zugehört habe. Wir sind noch nicht am Ende. Die Beugung durch Angst bleibt ein Thema. Die Frage, warum Gesellschaften mit Totenzahlen, nicht aber mit denen der Überlebenden bombardiert werden oder weshalb nicht alles vorhandene Zahlenwerk offen ausgebreitet wird. Wer starb, wer überlebte. Diese simple Vollständigkeit wäre erst demokratisch. Jegliche beschränkende, lenkende Auswahl muss manipulativ genannt werden. Der Gedanke erschreckt Sie? Mich auch.

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