ROBOTER

von Erwin Grosche

Was kommt dabei heraus, wenn sich Menschen um die Robotermode kümmern? Die Robotermode steckt überall in den Kinderschuhen. Alt gewordene Roboter tragen oft die Mode von Teens auf, obwohl ihr soziales Umfeld längst zum Grau-in-Grau-Look übergegangen ist. Hat man sich bei der Entwicklung des Roboters eher auf sein Innenleben konzentriert, fallen nun viele Roboter durch ein unpassendes Äußeres auf. Ich sah mal einen Roboter, der trug eine Breitcordhose und hielt eine Pfeife in der Hand, als wäre er Günter Grass. Ich weiß nicht, was man sich dabei gedacht hat. Eine Huldigung des einen oder eine Aufwertung des anderen müsste anders aussehen. Später hört ich dann, das war tatsächlich Günter Grass gewesen, aber das sollte nicht ablenken von den ursprünglichen Bedenken. Ich sah mal eine Roboter-Frau, die wurde Heidi genannt, weil sie eine blonde Perücke trug und mit einem zu kurzen Rock kokettierte, als wäre sie Heidi Klum. Tatsächlich sah sie aus wie ein Schuhkarton, aus dem zwei Beine ragten. Alles andere war Illusion und Wunschdenken. Will man so vermeiden, dass sich ein Mensch in einen Roboter verlieben kann?  Im Grunde müssten die Roboter selbst ihre Mode entwerfen. Vielleicht trügen sie dann Lichterketten als Oberteile oder Hosen aus Zelluloid, auf denen alte Buster Keaton Filme gezeigt werden.

Der Autor, Schauspieler, Kabarettist und – nicht zu vergessen ! – Paderborner Erwin Grosche, in jedem seiner Fächer ein herz- und kopferreichender Meister, veröffentlicht im Verlag Akademie der Abenteuer als nächtes Buch den Gedichtband „Das ist nicht so, das ist ganz anders“. Die umwerfenden farbigen Holzschnitte dazu stammen von Hans Christian Rüngeler.

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