Mit fremden Federn

von Maria Giovanna Tassinari

Samstag Mittag. Zurück vom Sport ruft mich mein Mann an, um mit mir einkaufen zu gehen. Wir schlendern durch die Gänge des Supermarkts und kaufen viel ein, was uns in diesen heißen Tagen Freude bereiten kann: Pfirsiche, Aprikosen, Melone, Wassermelone, grünen Salat, Rucola, Frühlingszwiebeln, Tomaten, Mozzarella, verschiedene Sorten Eis. Als wir rausgehen, ist mein Mann mit zwei schweren Beuteln beladen. Fast zu Hause angekommen, geht er zur Haustür vor, während ich am Auto seine Badminton-Tasche abhole. Die Träger um die rechte Schulter um, schließe ich das Auto ab und gehe über die Straße. Auf dem Bürgersteig gegenüber schließt ein Mann gerade sein Fahrrad am Fahrradständer an, nimmt die Sonnenbrille ab und lächelt mich zustimmend an. Ich lächele zurück, und sage: „Die Tasche gehört meinem Mann. Ich kann mich doch nicht mit fremden Federn schmücken!“ Er lächelt mich noch mehr an. Ich gehe aufrecht weiter, die fremde Feder um meine Schulter. 

Maria Giovanna Tassinari leitet das Selbstlernzentrum am Sprachenzentrum der Freien Universität Berlin. Ihre Forschungsinteressen sind Autonomie von Lernenden und Lehrenden, Sprachlernberatung, Emotionen und Gefühle in Fremdsprachenlern- und lehrprozesse sowie in Beratungsprozessen.
Sie ist im wissenschaftlichen Board des Research Institute for Autonomy in Language Education, sowie Mitglied von Learner Autonomy Special Interest Group vom IATEFL und Autonomy Focus Group von Cercles.
Neben ihren wissenschaftlichen Publikationen hat sie auch einen privaten Blog.

https://www.sprachenzentrum.fu-berlin.de/slz/index.html
https://lasig.iatefl.org/
https://kuis.kandagaigo.ac.jp/rilae/
https://bloggiovi.wordpress.com/

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