Sportgesetze

von Boris Pfeiffer

Forlì spielt in San Severo und ist mächtig am Verlieren. Als Erster der Basketballliga A2 gehen sie beim Letzten gewaltig und gerechtfertigt unter. Ich höre mit einem Ohr den beiden Kommentatoren im laufenden Fernseher zu, während mir meine Nichte ihren Kuchen aus Matschepampe an den Tisch bringt. „Verfluchtes Covid“, höre ich einen der Reporter sagen, weil die Liga letztes Jahr unentschieden abgebrochen wurde. Das, denke ich, würde es im deutschen Fernsehen nicht zu hören geben. Und auch kaum das lange und herzliche Lachen, als einem Spieler auf dem Weg nach hinten der Ball vom Gegner geworfen gegen den Rücken prallt und von da aus in einer schönen Bogenlampe in den eigenen Korb weiterfliegt. Die Reporter halten sich emotional nicht zurück. Sie bezeichen einen Spieler auch mal als hölzern, wenn er hölzern spielt oder, ich denke an ein lange zurückliegendes Fußballmatch Italien gegen Deutschland, als überflüssigen Pinsel im Mittelfeld. Aus Deutschland habe ich gehört, dass einer der beiden Berliner Bundesligisten wegen mehrerer Covidfälle möglicherweise sechs Spiele in zwei Wochen und das nach ausgefallener Trainingszeit dazwischen abzuhalten haben wird. Ich will nicht, dass die Berliner deswegen absteigen. Aber in Deutschland werden das eher die Gerichte entscheiden. Ein verfluchtes Covid wird da nicht reichen.

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